Blauflügelige Ödlandheuschrecke

 

Die Trockenheit und Wärme liebende Blauflügelige Ödlandheuschrecke besiedelt vegetationsarme Lebensräume wie Brachflächen mit offenem Boden oder Sandtrockenrasen, wobei sie mehr Vegetation toleriert als ihre nahe Verwandte die Rotflügelige Ödlandheuschrecke. Man findet die in der Roten Liste als gefährdet eingestufte und besonders geschützte Sprungschrecke in Deutschland vor allem im Süden und Südwesten auf Sand- und Kiesflächen, Sandtrockenrasen, Binnendünen, Heidelandschaften und mitunter auch auf Trockenrasenflächen vor.

 

Die Ödlandheuschrecke bewegt sich überwiegend am Boden fort, wobei ihr Körper farblich den Bodenverhältnissen so gut angepasst ist, dass man sie häufig erst beim Auffliegen wahrnimmt. Nur selten findet man sie an Pflanzen kletternd vor. Die farbliche Anpassung an den Untergrund ihres Lebensraumes mit Farbvarianten von hellgrau bis schwarz, ocker- und rotbraun oder fast völlig weißer Grundfärbung geschieht schrittweise im Verlauf von 4 (Männchen) - 5 (Weibchen) Larvenhäutungen. Jedoch sind auch bei erwachsenen Tieren noch Farbwechsel möglich.

 

Das auffälligste Merkmal der Art sind die beim Flug gut erkennbaren blau-transparenten Hinterflügel mit dunkler Querbinde und auch die Schiene der Hinterbeine können eine leichte Blaufärbung aufweisen. Bei Gefahr flüchtet die Ödlandheuschrecke nicht wie viele andere Heuschreckenarten, sondern verharrt sich duckend auf dem Boden und verlässt sich dabei hauptsächlich auf ihre gute Tarnung. Erst bei geringer Fluchtdistanz fliegt die Sprungschrecke mit Hilfe ihrer kurzen, kräftigen Sprungbeine auf, fliegt einige Meter weit und geht mit einer geschickten Hakenlandung zu Boden, wodurch sie meist aus dem Blickfeld des Verfolgers verschwindet. Gut beobachten kann man die Blauflügelige Ödlandheuschrecke zur Mittagszeit an sonnigen Tagen in ihrer Hauptaktivitätszeit.

 

Die Nahrung der Heuschrecke besteht überwiegend aus Pflanzen, zudem wurde die Art auch aasfressend beobachtet.

 

Die Blauflügelige Ödlandheuschrecke zeigt im Gegensatz zu anderen Kurz- und Langfühler-schrecken kein Balzverhalten. Schon kurz nach der Paarung legt das Weibchen die Eier zur Überwinterung in der Erde ab. Erst im Frühjahr des folgenden Jahres schlüpfen daraus die Nymphen.