Bocksriemenzunge

 

Die streng geschützte Orchidee aus der Gattung der Riemenzungen benötigt klimatisch begünstigte Standorte mit kalkreichen, stickstoffarmen, oft steinigen Lehmböden.

 

Ihr bevorzugter Lebensraum sind Trocken- und Magerrasen an meist abfallenden Hängen, ebenso Streuobstwiesen, und auch an ausgelassenen Weinbergen kann es schnell zur Ausbreitung der Art kommen. Hier trifft man die Pflanze nicht selten an wechselfeuchten Standorten an randständigem Buschwerk an.

 

Der Geophyt bildet als Überdauerungsorgan länglich - ovale Knollen aus. Der Austrieb der grundständigen Laubblätter findet schon im Spätherbst statt, die dann bereits während der Blütezeit von meist Mitte Mai bis Ende Juni wieder verwelken.

 

Die krautige Pflanze bildet mit einer Wuchshöhe von 30-60 cm, aber auch seltene Exemplare von über 100 cm Höhe kommen vor, einen Blütenstand von 40-120 Einzelblüten aus. Aus den Knospen drehen sich nach und nach lange korkenzieherartige "Zungen" heraus, die der Pflanze zusammen mit ihrem ziegenbockartigen Geruch, ihren Namen geben.

 

Das Vorkommen der Bocksriemenzunge beschränkt sich hauptsächlich auf die südlichen Bundesländer, jedoch ist eine verstärkte Ausbreitung der Art nach Norden hin zu verzeichnen. Sie gilt nach der Roten Liste Deutschlands als "gefährdet" - RL 3 und in Hessen als "stark gefährdet" - RL 2.