Goldaster

Galatella linosyris

 

Die Goldaster stammt ursprünglich aus südosteuropäischen bis südrussischen Steppengebieten und ist heute um das Mittelmeer über Mitteleuropa bis in den Norden nach England und Schweden verbreitet. In Mitteleuropa ist sie nicht durchgängig verbreitet und fehlt gebietsweise ganz.

 

Typische Standorte des Korbblütlers sind Trocken- und Halbtrockenrasen an sonnigen Hängen mit lockeren, kalkhaltigen Böden, sowie trockene Gebüschränder und Waldsäume.

 

Die seltene Goldaster trägt diverse Bezeichnungen wie Goldhaar-Aster, Goldschopf oder Steppen-Aster.

 

Meist erreicht die sommergrüne Pflanze eine Höhe von 20-60cm. Der doldenförmige, traubige Gesamtblütenstand besteht aus körbchenförmigen Teilblütenständen. So üben deren 15 bis 40 goldgelbe Röhrenblüten mit reichhaltigem Nektar- und Pollenangebot eine große Anziehung auf Insekten wie Bienen-, Wespen-, Schmetterlingsarten und Schwebfliegen aus. Ebenso dienen die Blätter der Goldaster den Raupen des Nachtfalters Dunkelgrauer Goldhaar-Aster Mönch, der nach der Roten Liste Deutschlands als "vom Aussterben bedroht" eingestuft wird, als Nahrung. Die langen, wechselständig stehenden schmalen Blätter sind nicht breiter als 2-3mm und 2-7cm lang, der Stängel steht meist aufrecht und verzweigt sich nur im oberen Drittel im Bereich des Blütenstandes. Blätter und Stängel sind mit feinsten Härchen besetzt, die mit bloßem Auge allerdings nicht erkennbar sind.

 

Die Pflanze übersteht Phasen extremer Trockenheit und intensiver Sonneneinstrahlung gut. Als sogenannte Kompasspflanze schützt sie ihre Blätter vor direkter Sonneneinstrahlung, indem sie sich in Nord-Süd Richtung ausrichtet, so dass intensives Licht nur die Blattkanten trifft.

 

Als ausdauernde Pflanze wird die Goldhaar-Aster mehrere Jahre alt und blüht im Allgemeinen jährlich. Die Blütezeit der krautigen Pflanze reicht von August bis Oktober, manchmal bis in den November hinein. Die gereiften Samen (Achänen) sind ca. 3mm lang und an der Spitze mit einem haarigen Federkelch besetzt. Dies sind die umgebildeten Kelchblätter der Blüte, die als Pappus bezeichnet werden.

 

Die Goldaster gilt in Deutschland als nicht gefährdet. In der Roten Liste Hessens, Baden-Württembergs und weiterer Bundesländer wird sie als "gefährdet" geführt, in Mecklenburg-Vorpommern gilt sie als "vom Aussterben" bedroht.

 

Die Art wurde in 2018 am Schlossberg in Heppenheim neu entdeckt. Auf unseren Trockenrasenflächen siedelt sie inzwischen in zwei kleinen Gruppen von 5 und über 20 Pflanzen. Auch diese Art benötigt eine gezielte Pflege mit später Mahd im November für die Ausbildung der Samen.