Zitronenfalter

 

Zitronenfalter haben mit etwa 11-12 Monaten die höchste Lebenserwartung aller mitteleuropäischen Schmetterlinge und halten Winterschlaf entgegen anderen Schmetterlingsarten frei in der Vegetation. Nur leicht geschützt in Baumspalten oder an der Unterseite von Brombeerblättern, Stechpalmenblättern oder auch am Boden zwischen trockenem Laub kann der Falter Temperaturen bis minus 20 Grad oder auch von Schnee bedeckt unbeschadet überstehen. Dies gelingt ihm, indem er den Gefrierpunkt seiner Körperflüssigkeit durch körpereigenes Glycerin senkt und den Stoffwechsel stark herunterfährt. Andere Arten wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs überwintern z.B. in Dachstühlen und Höhlen.

 

Zeitig im Jahr erwachen die Zitronenfalter und schwirren, die Männchen in auffallend leuchtendem Gelb, die Weibchen mit blass grünlich-weißer Färbung, durch die  Frühlingsluft. Beide besitzen spitz zulaufende Flügel mit orangefarbenen Augenflecken auf der Flügeloberseite. Im Sitzen und zum Sonnenbaden halten Zitronenfalter die Flügel stets geschlossen, die Flügeladern der Unterseite sind dabei deutlich sichtbar und passen sich den Blattwerkstrukturen hervorragend an, wodurch vor allem die Weibchen gut getarnt sind. Lebensraum der Falter sind z.B. lichte Wälder, Gebüsche an Waldrändern, Hecken und sonnige grasbewachsene Hänge. Bevorzugt ernährt sich der Zitronen-falter vom Nektar violetter Blüten, wie vom Schmetterlingsflieder, Blutweiderich und der Kratzdistel.

 

Bei der Eiablage im April bis Mai legt das Weibchen ca. 100 weißliche, kugelförmige Eier einzeln oder paarweise an Trieben und Blättern der Futterpflanzen ab. Bis Juni und Juli entwickeln sich daraus  schmale, grünliche Raupen, die sich ausschließlich von den Blättern des Faulbaumes und weiterer Arten aus der Familie der Kreuzdorngewächse ernähren. Die Raupen verpuppen sich nach drei bis sieben Wochen. Die nach weiteren zwei Wochen gerade geschlüpften Jungfalter verfallen schon nach 10 Tagen meist im August in eine Sommerstarre und sind ab September bis in den späten Herbst hinein wieder aktiv.