Artenschutz

 

 

 


 

 

Fledermäuse und Vögel an Gebäuden

Etwa 10 unserer heimischen Fledermausarten, darunter Zwergfledermäuse, Breitflügelfledermäuse, Langohrfledermäuse und das Große Mausohr, sowie Vogelarten darunter Schwalben, Mauersegler, Haussperling und Hausrotschwanz haben sich dem Menschen angeschlossen und benötigen Gebäude als Lebensraum.

Sie nutzen Spalten und Hohlräume an Fassaden, hinter Hausverkleidungen, unter Drempelblechen von Flachdächern wie Hochhäusern und Garagen, unter Dächern, in Mauerritzen, hinter Fensterläden und Rollladenkästen, u.v.m.. Diese dienen als Sommerquartier für " Wochenstuben " zur Aufzucht der Jungen, als Schlaf- und Fraßplätze, zur Winterruhe und zum Nestbau der Vögel. um die arttypischen Quartierwechsel zu ermöglichen, benötigen z.B. Zwergfledermäuse in einem Umkreis von 1 km etwa 20-40 Gebäudequartiere.

Immer mehr solcher lebenswichtigen Quartiere gehen in unseren Siedlungräumen bei privaten und öffentlichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen oder dem Abriss alter Gebäude für die bedrohten Arten verloren. Neubauten sind häufig hermetisch verschlossen und bieten den Spaltenbewohnern vom Keller bis zum Dach keinerlei Einlass in die Gebäude.

Fledermäuse und Vögel sind gemäß § 44 BNatSchG Abs.1 in Verbindung mit der BArtSchV besonders oder streng geschützte Arten, deren Brutplätze ebenfalls unter Schutz stehen. Dies bedeutet, dass Beeinträchtigungen für diese Arten vermieden, Brutplätze erhalten bzw. bei unvermeidbaren Verlusten wiederhergestellt oder in unmittelbarer Nähe ersetzt werden müssen.

Bei der Planung von Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, wie auch dem Abriss alter Gebäude sind artenschutzrechtliche Belange frühzeitig zu berücksichtigen, um Verbotstatbestände nach dem BNatSchG zu vermeiden und auszuschließen.

 

Auch bei nicht besetzten Gebäuden und Neubauten können Hausbesitzer und Bauherren zum Erhalt unserer bedrohten gebäudebewohnenden Fledermaus- und Vogelarten vorkehrende Maßnahmen treffen und in vielfältiger Form Quartiere schaffen.

 

Hier einige Beispiele, die ein Konfliktpotenzial darstellen und Möglichkeiten zum Erhalt und Schaffung von Lebensräumen an Gebäuden:

 

  • Insektenschutzgitter im Dachüberstand oder unter Drempelblechen sind nicht notwendig, das Entfernen ermöglicht Einschlupfmöglichkeiten für Fledermäuse und Brutnischen für den Haussperling.
  • In alten Dachstühlen finden Fledermäuse häufig gute Quartiermöglichkeiten vor, jedoch fehlen meist Einflugmöglichkeiten, die man z.B. durch Fledermausziegel kombiniert mit Laufbrettern ins Dachinnere und das Offenhalten von Dachfenstern und Dachflächenfenstern in spezieller Bauweise bereitstellen kann.
  • Finden sich im Dachstuhl keine geeigneten Quartiermöglichkeiten, können frei Hangplätze geschaffen und Holz- oder Styroporflachkästen angebracht werden. Balkenkehlen und Ausfräsungen sind durch das Aufschrauben von Brettern schnell zu Fledermausquartieren umgerüstet.
  • Unterspannbahnen auf Dachböden verschließen Ein- und Ausflugmöglichkeiten, sowie Versteckangebote. Unbehandelte Holzverschalungen sind bauphysikalisch den Folien überlegen und gestalten optimale Quartierbereiche im Zwischendach. Außerdem dienen sie im Gegensatz zu den Folien mit ihrer rauen Oberfläche als Hangplatz.
  • Schallläden und Dachfenster an Kirchen, Schulen und Gebäuden mit Dachstühlen werden häufig wegen Taubeneinflug verschlossen und können entsprechend umgestaltet werden. Spalten von 5 cm genügen Fledermäusen als Einflugöffnung und verhindern das Eindringen von Tauben in Kirchtürme und Dachstühle.
  • Spalten unter Drempelblechen von Flachdächern werden von Fledermäusen vielfach genutzt. Dachfolien werden oft über den Drempel/Attika bis zur Fassadenkante überzogen und versperren Einschlupfmöglichkeiten.
  • Durch besondere Holzkonstruktionen unter den Drempelblechen können für die Fledermäuse hervorragende Spaltenquartiere den jeweiligen klimatischen Bedingungen angepasst, geschaffen werden.
  • Gut angenommen werden Nut- und Federverkleidungen an Fassaden, vor allem im Giebelbereich der Gebäude. Damit die Fledermäuse hinter die Verschalung schlüpfen können, müssen von unten her ausreichend große Einflugöffnungen in der Unterkonstruktion vorgesehen werden.
  • Fledermauskästen oder Fledermausbretter aus unbehandelten Hölzern zur Anbringung an Gebäudefassaden in Dachnähe können mit wenig Aufwand selbst hergestellt werden oder sind aus Holzbeton bei verschiedenen Firmen erhältlich. Je nach Wandstärke und Material können sie von verschiedenen Fledermausarten als Sommer- und /oder Winterquartiere genutzt werden. Ebenso bieten verschiedene Firmen für Mauersegler diverse Kastenmodelle an, auch für den Eigenbau sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
  • Mehrkammerflachkästen, sog. " Fledermaushotels ", bieten den Fledermäusen unterschiedliche klimatische Bedingungen, je nach Witterung können die " Räume " entsprechend bezogen werden.
  • Bei Neubauten können Fassadenbausteine für Fledermäuse und Mauersegler schon in die Wände integriert werden, wodurch die Quartiere von außen nur durch schmale Spalten erkennbar sind.
  • Im Rahmen von Wärmeschutzmaßnahmen besteht die Möglichkeit Quartiere in die Dämmschicht einzubauen.
  • Fassadenverkleidungen mit Resopal- und Trespanplatten sind naturschutzfachlich ohne Wert. Fledermaus- und Vogelkästen können vor der Anbringung in der Unterkonstruktion installiert werden.

An mehreren Kirchen, Schulen und weiteren Gebäuden in Hessen und Baden-Württemberg führt MUNA e.V. ein jährliches Monitoring der Bestände von Breitflügelfledermäusen und Großem Mausohr anhand von Ausflugzählungen durch. Hierzu gehört die Beratung bei Veränderungen der Quartiere und anfallenden baulichen Maßnahmen.

 

Bei Fragen zu Fledermäusen beraten wir Sie gerne!

 

Weitere Informationen finden sie unter der Bilderdokumentation, wo beispielhaft im Landkreis Bergstraße (Südhessen) an über 70 Schulgebäuden Fledermäuse und Vögel berücksichtigt wurden.

 


 

 

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Fledermäuse an Gebäuden
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Amphibienschutz

Zu den Amphibien, die auch als Lurche bezeichnet werden, zählen Frösche, Kröten, Molche, Unken und Salamander. Unsere 21 in Deutschland lebenden Amphibienarten sind nach dem BNatSchG besonders und streng geschützt.

Die wechselwarmen Tiere, deren Körpertemperatur in hohem Maße von der Umgebungstemperatur abhängt, sind durch ihre wasserdurchlässige, kaum verhornte Haut an Feuchtbiotope oder Lebensräume mit hoher Luftfeuchtigkeit gebunden. Einen geringen Anteil ihres benötigten Sauerstoffs können Amphibien über die Haut aufnehmen. Zur Feindabwehr sondern sie Schleim mit Giftstoffen ab, zudem schützen sich einige Arten wie z.B. der Feuersalamander und die Gelbbauchunke durch Warnfarben vor Angreifern.

Viele Arten wie Waschbär oder Eulen schreckt dies jedoch nicht ab. Waschbären schälen Erdkröten aus ihrer Haut ohne mit dem Sekret der Hautdrüsen in Kontakt zu kommen.

Fast alle Amphibien durchlaufen eine Metamorphose, d.h. aus dem befruchteten Laich entwickelt sich eine Larve, die sich in mehreren Schritten vom kiemenatmenden Wasserbewohner zum lungenatmenden Landlebewesen verwandelt.

Häufig bevorzugen Amphibien für die Eiablage und Entwicklung der Larven temporäre Gewässer, die regelmäßig oder ab und zu austrocknen. Ein wichtiger Faktor für diese Spezialisierung auf zeitweise wasserführende Bereiche, ist das Fehlen von Fressfeinden der Larven, vor allem von Fischen. Jahre in denen solche Gewässer vollkommen austrocknen und alle Nachkommen sterben, gleichen die Amphibien mit unterschiedlichen Strategien aus, die eine zeitliche oder räumliche Verteilung des Risikos bewirken. Der Laubfrosch z.B. kann dies durch Metapopulationen ausgleichen, d.h. er bildet Gruppen von Populationen, die durch Wanderungen von Individuen miteinander verbunden sind.

Andere Arten wie die Gelbbauchunke verteilen ihren Laich während einer Saison auf mehrere Gewässer, wiederum bei anderen Arten werden die Nachkommen des gleichen "Geburtsjahres" in unterschiedlichen Jahren geschlechtsreif.

 

Da solche temporären Gewässer häufig nicht als solche oder als wertvolle Lebensräume und Fortpflanzungsstätten erkannt werden, erschwert es ihren Schutz.

 

Viele zeitweise wasserführende Senken, so z.B. im hessischen Ried, werden zur Landgewinnung für die Landwirtschaft, oft auch im Rahmen von Ausgleichmaßnahmen beim Straßenbau, verfüllt. Vegetationsarme bis freie Flächen mit lockeren, sandigen Böden wie Kies- und Sandgruben und z.T. auch Steinbrüche werden ebenfalls häufig verfüllt oder werden durch aufkommende Sukzession als Lebensraum unattraktiv.

 

Artenreiche Hecken- und Gehölzbestände fehlen als Lebensraum für den Laubfrosch, die Knoblauchkröte als bevorzugter Ackerflächenbewohner leidet durch die Intensivierung der Landwirtschaft.

Tödliche Krankheiten, wie Chytridpilzinfektionen, die vermutlich als Folge hoher Gifteinträge in Gewässer und Böden einhergehend mit einer Schwächung des Immunsystems entstehen, dringen weiter vor. Zudem sind unsere Gewässer häufig überdüngt, mit Pestiziden und Hormonen belastet.

Weiterhin sind große Verluste bei den jährlichen Frühjahrs- und Herbstwanderungen durch den Straßenverkehr zu beklagen.

Ein besonderes Augenmerk legt MUNA e.V. auf den Schutz der Wechselkröte im Odenwald und die Kammmolchbestände an der Bergstraße. Hierzu pflegen wir vorhandene Teiche, überprüfen die Bestände und Wasserqualität, setzen uns ein für die Neuanlage von Gewässern u.a. bei der Planung von Baugebieten und halten Kontakt mit den Behörden. Bei jährlichen Amphibienwanderungen über Straßen sind wir mit Rettungsmaßnahmen und Aufklärungsarbeit aktiv.

Gartenteiche ohne Fischbesatz können vielerorts zahlreiche Arten, wie der Erdkröte, Wasserfröschen, Grasfrosch oder dem Teich- und Bergmolch helfen. Da die meisten Amphibien nur kleine Strecken überwinden, ist ein Vielzahl an Gewässern in räumlicher Nähe zueinander wichtig für deren Überleben.


 

 

Fütterung von Gartenvögeln

 

Die Fütterung von Vögeln ist als ein zusätzliches Angebot zu natürlich vorkommender Nahrung in ihrem Lebensraum zu verstehen und soll keinesfalls ein Ersatz für naturnahe vogelfreundliche Gärten und den Erhalt und die Förderung ihrer natürlichen Lebensräume darstellen. Verschiedene Studien zur Vogelfütterung haben ergeben, dass trotz Fütterung es Vögel nicht verlernen sich selbstständig aus der Natur zu versorgen. Selbst an Wintertagen bevorzugen sie weiterhin arttypische Nahrung aus der Natur und stellen sich nur zeitweise an den Futterstellen ein.

 

Die Ganzjahresfütterung wird zurzeit ausgiebig und kontrovers diskutiert. Einer der Befürworter ist Prof. Berthold, ehemaliger Direktor der Vogelschutzwarte Radolfzell, der sich auf Forschungen in Großbritannien beruft. Diese kam bei Feldversuchen zu dem Ergebnis, dass Fütterungen den jahreszeitlichen Gegebenheiten angepasst für Gartenvögel von Nutzen sind. Während der Jungenaufzuchtphase wurden z.B. arttypisch Insektenfuttermittel ausgelegt, hierbei konnte zu einer Vergleichsgruppe ohne dieses Futterangebot, eine geringere Sterblichkeit der Jungen festgestellt werden und insgesamt starteten Alt- sowie Jungvögel mit besseren Voraussetzungen in den Winter.

Weiterhin bietet Ganzjahresfütterung die Chance mehr Wildvögel zu ernähren, als es in den heutigen Lebensräumen mit geringerem Nahrungsangebot an Insekten und Sämereien eigentlich möglich wäre. In Deutschland laufen derzeit weitere Versuche, um Klärung herbei zuführen.

 

Ganzjahresfütterungen mit Körnerfutter wie Weizen fördern in jedem Fall den Haussperling. So können Mitarbeiter von MUNA auf Beobachtungsflächen im Siedlungsraum in Ortsrandlage durchschnittlich Einzelbrutpaare und Kleinstkolonien von 2-3 Brutpaaren des Haussperlings auf 100m Ortsrandlage nachweisen. Werden Hühner, Gänse oder Pferde gehalten, wo Sperlinge dauerhaft Zugang zu Futter haben, fanden sich Kolonien mit über 20 Brutpaaren an nur einem Wohngebäude. D.h., für den Haussperling als Art der Vorwarnliste, dessen Bestände vor allem durch fehlende Kleinviehhaltung, dem fehlenden dauerhaften Angebot oder Zugang zu Futtermitteln wie Weizen, dem meist rückstandslosen Ernteprozess mit dem abrupten Verlust von nur temporär günstigen Nahrungsquellen, erheblich zurückgegangen sind, kann durch das Futterangebot in Kombination mit Nistgelegenheiten an Gebäuden einfach geholfen werden.

 

Bei der Winterfütterung ist es ratsam mit einer möglichst breiten Palette an Futtermitteln verschiedene Arten mit unterschiedlicher Ernährungsweise anzusprechen. Hier unterscheidet man grob die Gruppe der Körnerfresser und der Weichfutterfresser.

Als Basisfutter für die meisten körnerfressenden Arten wie Meisen, Finken und Sperlinge sind Sonnenblumenkerne und Erdnüsse empfehlenswert. Als Zusatz in geringen Mengen dienen Hafer, Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen als ganzes Korn oder in Flockenform. Weiterhin können für zierliche Vogelarten Feinsämereien wie Baumsamen, Salatsamen, Vogelmiere, Grassamen u.v.m. in geringen Mengen beigefügt werden.

 

Als Basisfutter für die meisten körnerfressenden Arten wie Meisen, Finken und Sperlinge sind Sonnenblumenkerne und Erdnüsse empfehlenswert. Als Zusatz in geringeren Mengen dienen Hafer, Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen als ganzes Korn oder in Flockenform. Weiterhin können für zierliche Vogelarten Feinsämereien wie Baumsamen, Salatsamen, Vogelmiere, Grassamen u.v.m. in geringen Mengen beigefügt werden. Fettfutter liefert ihnen zusätzlich große Energiemengen, ein Gemisch aus Fett und Samen ist in Form von Meisenknödeln erhältlich oder kann auch leicht selbst hergestellt werden. Eine weitere Möglichkeit des Fettangebots sind sog. Energieblöcke, die zusätzlich Nüsse, Beeren oder auch Insekten enthalten können.

Weichfutterfresser wie z.B. Amseln, Rotkehlchen und Heckenbraunelle, die normalerweise von Insekten und Würmern am Boden leben, bevorzugen auch im Winter die Nahrungsaufnahme vom Boden. Rosinen, Haferflocken und Kleie in Bodennähe ausgestreut oder im Bodenfutterspender angeboten, werden von diesen Arten gerne angenommen. Hierbei sollte man auf die Menge des ausgelegten Futters achten, um Verunreinigungen oder ein Gefrieren der Nahrung zu verhindern.

Um Kotverschmutzungen zu vermeiden und damit der Übertragung von Krankheiten vorzubeugen, sind Futterspender bzw. Futtersilos empfehlenswert, wobei das Futter durch kleine Öffnungen in den Seitenwänden für die Vögel zugänglich ist. Die Silos sollten vor Katzen sicher, vorzugsweise hängend, angebracht werden und zudem in nächster Umgebung die Möglichkeit zur Deckung in Büschen oder Bäumen bieten. Beim Aufstellen von Futterhäuschen sollte auf eine regelmäßige Reinigung geachtet werden und auch hier gilt, weniger Futter beugt dem Risiko von Krankheitsübertragung durch Verunreinigung vor.

 

Anbei einige Vogelarten, die an Futterstellen beobachtet werden können:

 

Amsel:

 

Ursprünglich war die Amsel, sie wird auch als Schwarzdrossel bezeichnet, ein scheuer Waldbewohner, der sich mehr und mehr dem Menschen angenähert hat. Heute findet man sie in nahezu allen Kulturlandschaften, jedoch erreicht sie die größte Siedlungsdichte innerhalb von Ortschaften.

Ihre Nester bauen Amseln häufig in Hecken, auch in starkem Efeubewuchs und in Bäumen.

Als Allesfresser sucht die Amsel ihre nahrung vorwiegend am Boden und im Unterholz, wo sie sich von Regenwürmern, Schnecken, Insektenlarven usw. ernährt. Ebenso gehören Früchte und beeren zu ihrem Speiseplan.

 

 

Feldsperling:

 

Der Lebensraum des Feldsperlings sind reichhaltig strukturierte Landschaften mit Getreideäckern, Wiesen durchsetzt von Hecken, Feldgehölzen und Streuobstwiesen, wo er Baumhöhlen als Brutplatz bezieht. Das Jahr über ernährt er sich von Sämereien, darunter Getreide aller Art.

 

Der Feldsperling galt lange Zeit als Schädling, da er oft in Schwärmen in Getreidefelder einfiel und wurde deshalb durch Zerstörung seiner Nester bekämpft. Inzwischen wird er in der Roten Liste auf der Vorwarnstufe geführt.

 

Haussperling:

 

Der Haussperling, auch Spatz genannt, lebt als Kulturfolger fast ausschließlich mit den Menschen in Dörfern und Städten. Er brütet in Nischen und Höhlen an Gebäuden und dort vor allem unter Dächern. Zudem benötigt er für seine ausgiebigen Staubbäder zur Gefiederpflege entsprechend geeignete Plätze mit trockener, staubiger Erde. Er ernährt sich ganzjährig vegetarisch von Getreidekörnern und Sämereien, jedoch hat er sich in den Städten zum Allesfresser entwickelt.

 

Seit einigen Jahren sind seine Bestandszahlen gebietsweise so stark zurückgegangen, dass er seit 2004 sogar auf der Roten Liste in der Vorwarnstufe geführt wird.

 

 

Sumpfmeise:

 

Der Name der Sumpfmeise ist irreführend, da sie vor allem in Laub- und Mischwäldern anzutreffen ist. Ein natürliches Höhlenangebot ist entscheidend für ihr Vorkommen, da sie Nistkästen nur selten annimmt. Die Sumpfmeise ist eine Graumeisenart und ihrer "Zwillingart" der Weidenmeise zum Verwechseln ähnlich. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal ist ihr Gesang.

 

Bei gutem Futterangebot legt die Sumpfmeise in Rindenspalten, Moos- und Flechtenbesatz Nahrungsdepots für Notzeiten an. Sie ernährt sich im Sommer hauptsächlich von Insekten und Spinnen, ab dem Spätsommer stellt sie ihre Nahrung auf Sämereien um. An der Futterstelle sind Hanfsamen bei Sumpfmeisen besonders beliebt.

 

 

Tannenmeise:

 

Mit ca. 11 cm ist die Tannenmeise unsere kleinste Meisenart und unterscheidet sich von der Kohlmeise neben ihrer Größe durch die fehlenden Längsstreifen über Brust und Bauch und fällt durch ihren weißen Nackenfleck auf.

 

Tannenmeisen bewohnen Fichten-, Tannen- und Mischwälder, zudem ist sie als Höhlenbrüter auch in Parks und waldnahen Gärten anzutreffen.

 

Im Winter ernährt sie sich von Fichten- und Kiefersamen, die sie häufig für magere Zeiten in den äußeren Baumspitzen versteckt.

 

 

Haubenmeise:

 

Die Haubenmeise bevorzugt dichte Wälder, insbesondere Nadelholzbestände als Lebensraum. Im offenen Gelände trifft man sie nur selten an. Als Nistplätze benötigt sie enge Baumhöhlen, die das Weibchen selbst in morsche Bäume oder Baumstümpfe zimmert und mit Moos, Wolle, Haaren und Spinnweben auskleidet.

 

Am häufigsten halten sich Haubenmeisen im Kronenbereich von Nadelbäumen zur Nahrungssuche auf. Dort finden sie kleine Insekten, Spinnen usw. und ernähren sich ab dem Spätsommer zusätzlich von den Sämereien. Gerne legen sie schon im Sommer Nahrungsverstecke zwischen Zweigen und Flechten an.

 

Die Haubenmeise ist wenig gesellig, schließt sich jedoch im Spätsommer anderen kleinen Waldvögeln an, mit denen sie gemeinsam auf Nahrungssuche geht. An Futterstellen ist sie selten anzutreffen.

Kohlmeise:

 

Als unsere häufigste Meisenart kommt die Kohlmeise auch heute noch in allen Waldtypen vor. Sie ernährt sich im Sommer von Insekten, Würmern, Larven und Spinnen, hingegen im Winter vegetarisch. Die Hauptnahrung für die Aufzucht ihrer Jungen sind Raupen.

 

Am Futterhaus kann man sie beim geschickten Öffnen von Kernen beobachten, die sie mit ihrern Füßen festhält. Fettfutter wird von Kohlmeisen gerne angenommen.

 

Blaumeise:

 

Lebensraum der Blaumeisen sind Laub- und Mischwälder, aber auch dem Menschen hat sie sich in Parks und Gärten eng angeschlossen. Wie ihr Konkurrent die Kohlmeise brütet sie in Baumhöhlen und streitet sich oft mit ihnen um Nistkastenplätze.

 

Blaumeisen zählen zu den häufigsten Wintergästen in unseren Gärten. Bei der Nahrungssuche sind sie sehr beweglich, lebhaft und geschickt und vertreiben auch manch größere Vogelart. Meist hängen sie futtersuchend kopfüber an dünnen Zweigen, die Futterplätze besuchen sie gerne in kleinen Trupps.

 

 

Schwanzmeise:

 

Die Schwanzmeise ist trotz ihres Namens nur entfernt mit der Familie der Meisen wie Kohl- und Blaumeise verwandt und gehört wie auch die Bart- und Beutelmeise jeweils einer eigenen Familie an.

 

Sie liebt strukturreiche, feuchte Wälder und buschreiche Landschaften. Auch in Obstgärten und im Ufergebüsch von Flüssen ist sie zu beobachten. Ihr gut im Geäst oder am Boden verstecktes eiförmiges Nest mit seitlichem Einflugloch, baut sie aus Moosen, Fasern und Halmen.

 

Dank ihrer Geschicklichkeit, ihres geringen Gewichts und ihres langen Schwanzes, ist sie in der Lage auf den äußeren Spitzen der Zweige Balance zu halten und hangelt sich von Ast zu Ast. Hier findet sie einen Großteil ihrer Nahrung wie Blattläuse, Raupen und Mücken als auch kleine Knospenteile.

 

Außerhalb der Brutzeit sieht man Schwanzmeisen nie alleine. Meist bilden die geselligen Vögel Trupps von 3 bis zu 30 Artgenossen.

 

 

Star:

 

Ursprünglich besiedelte der Star Randlagen von Laubwäldern, heute hingegen landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Hier geht er auf abgeernteten Feldern und gemähten Wiesen auf Nahrungssuche. Sein Quartier bezieht er gerne in Baumhöhlen und Hohlräumen an Gebäuden.

 

Der Star wechselt sein schillerndes Gefieder in der Herbstmauser zu einem Winterkleid, das mit weißen Punkten übersät ist.

 

In den letzten 20 Jahren haben deutschlandweit die Bestände der Stare um über 30% abgenommen, sodass er inzwischen auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft wird. Gleichzeitig ist eine deutliche Verringerung durchziehender Starenschwärme zu verzeichnen. Mitteleuropäische Stare ziehen zum großen Teil in den Mittelmeerraum und Nordafrika. Bei uns überwinternde Stare stammen meist aus Nord- und Osteuropa.

 

Mittelspecht:

 

Der Mittelspecht ähnelt in seinem Aussehen dem Buntspecht, jedoch besitzt er einen größeren roten Scheitel und ein nur leicht rötlich gefärbtes Bauch- und Unterschwanzgefieder. Der Lebensraum des Habitatspezialisten sind Laubwälder mit einem hohen Anteil alter Eichen, aber auch in grobborkigen Eschen und Erlen, sowie alten Hochstammobstbäumen kommt er vor.

 

Mit einem großen Anteil des Weltbestandes kommt Deutschland eine besondere Verantwortung für den Mittelspecht zu. Nach den EU-Vogelschutzrichtlinien sind für ihn besondere Schutzgebiete einzurichten.

 

Im Winter ernährt sich der Mittelspecht mit Hilfe seines spitzen Schnabels und einer langen Zunge von  Insekten in Hohlräumen morscher Bäume. Gelegentlich ist er an Futterstellen zu sehen.

 

 

Kleiber:

 

Der Kleiber ist ein Klettermeister, der sich sehr geschickt kopfüber an Baumstämmen bewegt. Zur Nahrungssuche klemmt er harte Samen und Kerne wie auch größere Insekten in Rindenspalten und klopft sie mit kräftigen Schnabelhieben auf.

 

Der Kleiber bewohnt Baumhöhlen, dessen Einfluglöcher er mit feuchtem Lehm bzw. Erde auf seinen Körperumfang passend verklebt, daher auch sein Name.