Schwarzstorch

 

Lebensraum des Schwarzstorches sind urwüchsige, geschlossene Laubmischwälder mit kleinen Fließgewässern, Tümpeln und Lichtungen, die er als Nahrungshabitate nutzt. Auch auf extensiv genutzten Wiesen in Waldrandnähe geht er auf Nahrungssuche. Er ernährt sich überwiegend von kleinen Fischen, Wasserinsekten und Amphibien.

 

Im Gegensatz zum Weißstorch meidet er weites Offenland und die Nähe des Menschen.

 

Potentielle Lebensräume des Schwarzstorches sind stark begrenzt, da seine Reviere bis zu 250 Quadratkilometer umfassen können.

 

Der Schwarzstorch ist sehr störungsempfindlich und schon bei kleinsten Störungen in Horstnähe besteht die Gefahr, dass er sein Brutgeschäft sofort abbricht und die Brut aufgibt.

 

Seine großen Horste baut der Schwarzstorch meist auf über 100 Jahre alten Bäumen. Hierbei bevorzugt er Eichen und Buchen, aber auch Kiefern, Fichten und Lärchen werden als Horststandort genutzt. Sein Nest benutzt der Schwarzstorch oft über viele Jahre hinweg, wenngleich er auch Wechsel- und Ausweichhorste im Radius von 3 km aufsucht. Je länger der " Traditionshorst " genutzt wird, umso größer ist der Bruterfolg.

 

Für die Horste des Schwarzstorches besteht der sog. " Horstschutz ". Nach den Naturschutz-Leitlinien von Hessen-Forst besteht im engen Horstbereich von 50 m ein absolutes Einschlagverbot, sowie im Radius von 300 m die Vermeidung von Störungen während der Brutzeit von Anfang März bis Ende August.

 

Der Schwarzstorch gehört zu den nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Vogelarten. Außerdem zählt er zu den in Anhang I der EG-Vogelschutzrichtlinie aufgeführten Arten, für die Art.4 Abs.1 besondere Schutzmaßnahmen erfordert.

 

Im Hinblick auf den Arten- und Biotopschutz wird er oft als Leitart für intakte Waldökosysteme bezeichnet. Dies bedeutet, dass durch Schutzmaßnahmen, die für ihn getroffen werden auch viele weitere gefährdete Arten günstige Lebensbedingungen vorfinden.

 

Um 1960 galt der Schwarzstorch mit nur noch 10-25 Brutpaaren in Deutschland als vom Aussterben bedroht. Durch Schutzmaßnahmen ist sein Bestand auf ca. 500 Brutpaare in Deutschland angestiegen.

Derzeit ist er in der Roten Liste Deutschlands als gefährdete Art Kategorie 3 geführt. Dennoch ist der Bestand des scheuen Großvogels durch das fehlende Wissen seiner Horststandorte und der häufig stattfindenden Störungen durch jagdlichen Betrieb, der intensiven forstwirtschaftlichen Nutzung und Windkraftanlagen in Waldstandorten stark bedroht.

 

MUNA e.V. führt seit 2016 eine flächendeckende Bestandserfassung der Schwarzstörche im gesamten Odenwald bis zum Bergstraßenhang als Grundlage zu dessen Schutz durch.

 

Unsere Schwarzstorchkartierung umfasst eine umfangreiche und großflächige Raumuntersuchung, um die versteckten Horststandorte ausfindig zu machen. Auch die Erfassung der wichtigen Ausweich- und Wechselhorste, sowie seiner Nahrungshabitate und Flugkorridore stehen im Mittelpunkt der Studie, um gezielt Schutzmaßnahmen für den scheuen Waldbewohner einleiten zu können.


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Der Schwarzstorch im Odenwald - Brutjahr 2016 -
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Der Schwarzstorch im Odenwald - Brutjahr 2017 -
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