Schlingnatter

 

Die streng geschützte ungiftige Schlingnatter, aufgrund ihrer glatten, ungekielten Schuppen auch als "Glattnatter" bezeichnet, ist nahezu in ganz Europa verbreitet, gilt aber insgesamt als selten und ist in vielen Gebieten bedroht.

 

In der nationalen Roten Liste wird sie mit Stufe 3 als "gefährdet" und in Deutschland je nach Bundesland von "gefährdet" bis "vom Aussterben bedroht" geführt.

 

Durch ihre Ähnlichkeit mit der giftigen Kreuzotter wurde sie jahrelang verfolgt und getötet. Als sicherstes Unterscheidungsmerkmal besitzt die Schlingnatter eine runde Pupille im Gegensatz zur senkrecht schlitzförmigen der Kreuzotter.

 

Mit 60 - 70 cm Länge ist die Schlingnatter die kleinste heimische Schlangenart. Als "Stöberjäger" orientiert sich die Natter vor allem am Geruch ihrer Beutetiere, den sie durch das "Züngeln" registriert und damit in der Lage ist z.B. Mauereidechsen selbst in dunklen Spaltensystemen von Weinbergmauern zu orten. Ihren Namen verdankt die Schlingnatter ihrem Jagdverhalten, denn sie umschlingt ihre Beute mehrfach, um sie zu ersticken.

 

Lebensraum der wärmeliebenden Natter sind meist trockenwarme Biotope wie lichte Laubwälder mit Geröllhalden, Weinberge, Gebiete wie Trocken- und Magerrasen, Steinbrüche, Bahnböschungen, Heiden und Moore.

 

Die verhältnismäßig kleine und zierliche Natter lebt sehr versteckt und ist durch ihre Zeichnung perfekt getarnt. Als Verstecke oder Sonnenplatz dienen ihr Steinhaufen, Trockenmauern und liegendes Totholz.

 

Schlingnattern sind ovovivipar, das heißt sie gebären vollständig entwickelte Jungtiere, die unmittelbar nach der Geburt vollkommen selbstständig sind.

 

Gefährdet ist die Art vor allem durch Flurbereinigungen, Abtorfungen, Unterhaltungsmaßnahmen der Bahn, Verfüllung von Steinbrüchen, den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden und durch indirekte Vergiftung über ihre Beutetiere.