Presse

 

 

25. Juli 2018 - Amtsblatt Nr.30 Heiligkreuzsteinach

Verein Lebenswerter Odenwald Heiligkreuzsteinach e.V. stellt MUNA e.V. vor


Vereinsportrait 18.Juli 2018 Badische Anzeigen Zeitung

 


 

Pressemitteilung der Naturschutzorganisationen NABU-KV-Odenwald und MUNA e.V.

Ruhender Wolf, Freigehege Bayrischer Nationalpark; Foto: Andreas Kunze

 

Die Rückkehr des Wolfs in den Odenwald

 

Wie in der Presse mehrfach berichtet, wurden im November im Odenwaldkreis mehrere Schafe und eine Ziege nachweislich durch einen Wolf gerissen. Das Auftauchen eines Wolfes in unserer Region nach über 150 Jahren, bringt aufgrund fehlender Erfahrungen im Umgang mit diesem großen Beutegreifer einige Verunsicherungen und Ängste mit sich.

 

" Gerade für Schaf- und Ziegenhalter bedeutet der nun erforderliche Aufwand zum Schutz ihrer Tiere eine Mehrbelastung an zusätzlichen Kosten und Zeit " erläutert Dirk Bernd ( MUNA e.V. ), der selbst eine kleine Schafherde zur Landschaftspflege besitzt. " Wir sehen durchaus die Problematik in der Rückkehr des Wolfes als Beutegreifer in der Region, die an den Umgang mit Raubtieren nicht gewohnt ist " so Limprecht vom NABU KV Odenwaldkreis. " Gerade in dieser Situation halten wir einen sachlichen Austausch und gegenseitige Unterstützung für nötig, um den fragilen Versuch der Natur, in ein Gleichgewicht zurück zu finden , nicht durch eine emotional geführte Debatte zu gefährden." so Limprecht weiter.

 

Der Wolf ist ein natürlicher Teil unseres Ökosystems und so sollte man seine positive Rolle in den natürlichen Abläufen nicht außer Acht lassen.

 

So haben Wölfe nicht nur einen quantitativen, sondern auch einen qualitativen Einfluss auf ihre Beutetiere, in der Regel Rehe, Wildschweine, Hirsche. Sie haben häufig nur bei jungen noch unerfahrenen, alten, schwachen und kranken Tieren Jagderfolg, meint Bernd. Das heißt, sie entlasten den Gesamtbestand und wirken der Ausbreitung von Infektionskrankheiten bei ihren Beutetieren entgegen. Die Folge ist ein in seiner Gesamtheit vitalerer Wildbestand und ein im Gleichgewicht gehaltenes Ökosystem. So trägt der Wolf auch ganz nebenbei zu einer verbesserten Naturverjüngung des Waldes bei, die in vielen Bereichen nur noch möglich ist, wenn man den Jungwald einzäunt.

Ein weiterer Aspekt ist, dass im Gegensatz zum menschlichen Jäger, der ein erlegtes Tier immer aus dem Wald nimmt und keiner sonst davon profitieren kann, der Wolf meist nicht seine gesamte Beute auf einmal frisst, ergänzt Limprecht. Die verstreuten Kadaverteile bedeuten für viele Aasfresser eine lebenswichtige Nahrungsquelle und bilden somit für viele Organismen notwendige ökologische Nischen. Mit der Anwesenheit des Wolfes wird das Nahrungsnetz größer, da die Nutznießer wiederum eine Nahrungsgrundlage für andere Tiere darstellen.

 

Somit wird klar: Der Wolf ist ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität und er ist eine Tierart zu deren Schutz sich die Europäische Union und Deutschland entschlossen haben. " Der Wille zur Biodiversität sollte nicht zu einer Gartencenter-Mentalität degradiert werden, bei der wir uns den Luxus erlauben, die Arten auszusuchen, die hübsch, bequem und niedlich sind, aber vor allem mal keine Umstände machen" so Limprecht.

 

Seit Jahren bemühen sich Naturschutzverbände, wie der NABU und MUNA, durch den Dialog mit Schäfern, ein möglichst konfliktarmes Miteinanden von Wolf und Mensch möglich zu machen. Durch die Gründung der " Schnellen Eingreiftruppe " des NABU, die betroffene Schäfer bei der Sicherung ihrer Tiere unterstützen kann, wurde gezeigt, dass ein Miteinander für den Wolf und die Interessen der Tierhalter möglich ist. Durch die Veröffentlichung zahlreicher Informationsbroschüren über Leben und Verhalten des Wolfes versuchen wir den Befürchtungen und Ängsten in der Bevölkerung zu begegnen und so zu einem sachlichen Umgang mit diesem Thema zu kommen.

 

" Wir setzen uns tagtäglich Gefahren aus, ohne uns darüber auch nur Gedanken zu machen. Wir steigen ohne Zögern ins Auto, dabei ist die Gefahr relativ groß, in einen Unfall verwickelt zu werden. Wir sind als Fußgänger unterwegs und betreiben Freizeitsport und bewegen uns dabei ständig in einem erhöhten Unfallrisikobereich.

Die Gefahr, die von einem Wolf ausgeht, ist im Vergleich dazu gleich Null! " erläutert Bernd. Schon die Wahrscheinlichkeit, je einen Wolf in freier Natur zu Gesicht zu bekommen, ist sehr gering. Keinesfalls sollte man jedoch auf die Idee kommen Wölfe zu füttern, da sie dann, wie Wildschweine zutraulich werden können. Wir wollen keine bettelnden Wölfe im Odenwald, die nach Futter suchen, so Limprecht weiter.

 

Veranschaulichung der Gefährdung durch den Wolf im Vergleich zu allen übrigen täglichen Gefahren (Gefährdung durch den Wolf, copyright 2015 CHWOLF)

 

 

Fakt ist, dass seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland (1998) kein einziger Fall bekannt wurde, wo Wölfe aggressives Verhalten Menschen gegenüber gezeigt hätten. Hier gilt es also die Relationen zu wahren und die Gefährdung durch Wildtiere, insbesondere durch Wölfe, an den tatsächlichen Zahlen zu messen und nicht emotional zu färben.

 

Limprecht und Bernd sammeln Beobachtungen zu Wolfssichtungen im Odenwald, hier können Sie Beobachtungen und auch Fragen zum Wolf an die Artenschutzexperten der beiden Naturschutzvereine stellen, Tel. 0162/9671694 (Limprecht) und 06254/640669 (Bernd).

 

 

Fakten über den Wolf:

 

Ein Rudel in Deutschland besteht im Durchschnitt aus etwa acht Tieren. Hinzu kommen mehrere Einzelwölfe, die zum Teil standorttreu oder auch auf Wanderungen sind.

Ein Rudel ist kein Zusammenschluss von umherziehenden Wölfen, sondern ein Familienverband. Es besteht aus dem Elternpaar, Welpen des aktuellen Jahrgangs und den noch nicht abgewanderten Jungtieren aus dem Vorjahr.

 

Die Größe eines Wolfsreviers ist variabel und hängt vor allem von der verfügbaren Nahrung aber auch von ausreichenden Rückzugsgebieten ab. Gibt es mehr Beute, ist das Revier kleiner und umgekehrt. In Deutschland nutzt eine Wolfsfamilie ein Territotium von rund 250 km² - im europäischen Vergleich entspricht dies dem Durchschnitt.

 

Immer wieder tauchen Gerüchte auf, Natur- oder Tierschützer würden Wölfe einfangen und sie dann in bisher wolfsfreien Gebieten aussetzen, also Wölfe im Kofferraum durch Europa bzw. Deutschland transportieren. Diese Gerüchte sind falsch. Fakt ist, dass Wölfe ausgesprochene Langstreckenläufer sind - sie legen weite Strecken in kurzer Zeit (bis zu 75 Kilometer pro Tag) zurück, wie Forschungsergebnisse besenderter Wölfe belegen. Es besteht also gar keine Notwendigkeit, der natürlichen Verbreitung nachzuhelfen. Durch intensive genetische Untersuchungen kann man zudem genaue Aussagen über die Herkunft einzelner Wölfe treffen.

 

 


 

 

MUNA e.V. Pressemitteilung v. 17.09.2017

BUND Behauptungen sind irreführend und falsch
Forderung eines Runden Tisches für den Artenschutz

 

Die Pressemitteilung der BUND Kreisvorsitzenden Herwig Winter und Guido Carl zeugt von gravierenden Kenntnislücken zu wissenschaftlich anerkannten naturschutzfachlichen Standards, die ganz offensichtlich nicht mehr in das Weltbild des BUND bzw. dieser Personen passen. Herwig Winter und Guido Carl belegen eindrücklich in ihrem von falschen Behauptungen und reinen Vermutungen verfassten Schreiben, dass Sie die lokalen Bezüge und regionalen Kenntnisse, die ein Naturschutzverband nachweisen muss, um glaubwürdig zu sein, verloren haben.

 

Ihr geringes Wissen über die Odenwälder Artenschutzthematik in Bezug auf die Konflikte mit Windindustrieanlagen ist erschreckend gering, was sich dadurch zeigt, dass diese Problematik von Seiten des BUND permanent heruntergespielt, ja sogar geleugnet wird, so Paul Reil von MUNA e.V.. Sie vermischen Sachlichkeit mit Polemik und diffamieren die Menschen, die sich tatsächlich für die Naturerhaltung und Artenvielfalt einsetzen, so Reil weiter.


Herwig Winter und Guido Carl werden zwar nicht müde, bei allen Neubauvorhaben den Artenschutz ins Feld zu führen, doch nutzen sie diesen, wie es ihnen passt und nicht nach den eigenen Verbandszielen oder gar unter fachlichen Gesichtspunkten, erläutert Angelika Emig-Brauch von MUNA weiter. So wäre ihnen aufgefallen, dass bei der Prüfung der planerseitigen Unterlagen zum WKA-Vorhaben auf dem Kahlberg oder Stillfüssel erhebliche Mängel und Defizite im naturschutzfachlichen Prüfprogramm vorlagen.

 

Ganz offensichtlich ist der BUND nicht mehr in der Lage, so Dirk Bernd Vorsitzender von MUNA weiter, Freund von Feind zu unterscheiden. Hier wird jeder, der naturschutzfachliche Tatsachen ins Feld führt zum Gegner der Energiewende erklärt. Dieses Scheuklappenphänomen ist beim BUND wie bei den Grünen zum Programm geworden.

 

Diese Mentalität der Ignoranz und Voreingenommenheit artikuliert der BUND-Vorsitzende auch gegenüber der Jägerschaft, hat er doch auch diesen kürzlich in einer Pressemitteilung den Krieg erklärt. Dort glaubte ein Habichtfreund, dass ein Jäger einen Habichthorst ausgeschossen haben soll, da ein Loch im Nest war. Doch auch hier wird anderen Menschen einfach etwas unterstellt, was offensichtlich der derzeitigen Weltanschauung des BUND entgegenkommt und artökologische Verhaltensweisen, die diesen sogenannten „Naturschützern“ oft gar nicht bekannt sind, völlig ausklammert.

 

Auch im Falle des angeblich beschossenen Habichthorstes liegt der BUND höchstwahrscheinlich abermals fachlich falsch, so Dirk Bernd weiter, denn was den „BUNDlern“ wohl entgangen ist, ist die Tatsache, dass Waschbär und Baummarder in unserer Region flächendeckend vorkommen. Beide Säugetierarten besetzen insbesondere im Winter und Frühjahr Greifvogelnester und wühlen in der weichen Nestmulde nach Fressbarem. So kommt es nicht selten vor, dass mittig in Greifvogelhorsten ein Loch entsteht.

 

Solche Erkenntnisse erhält man aber nur über stetige, neutrale Beobachtungen und wenn
man auch in der Lage ist, offen und unvoreingenommen die Natur ohne Wertung zu
beurteilen.


Die derzeitige Scheuklappenmentalität des BUND, die sich einzig auf den Habicht
konzentriert und die Jäger in Sippenhaft nimmt, oder aber sich an in den Naturhaushalt
eindringenden Windrädern labt und Bürgerinitiativen diffamiert und sich einredet die Welt sei
nun gerettet, ist nicht weiter zu akzeptieren. Die noch wenigen Aktiven sollten sich hingegen
selbstkritisch hinterfragen und sich besser nicht allzu weit vom EU-Artenschutz- und
nationalen Naturschutzrecht entfernen.


Die Entwicklung des BUND insgesamt ist sehr bedauerlich. Zumal diese Anschuldigungen
selten im direkten Gegenüber ausgesprochen werden, so Reil weiter. Aus Respekt vor
unserer Landschaft und der Artenvielfalt und um komplexe fachliche Fragestellung einfach
und sachlich darzustellen und zu diskutieren laden wir (MUNA e.V.) den BUND zu einem
Runden Tisch ein. Dort können naturschutzfachliche Gesichtspunkte sowie ein Pro und
Contra Windenergie gerne öffentlich und offen diskutiert werden.


V.i.S.d.P.
für den Vorstand von MUNA e.V.

 


ECHO / Heppenheim 23.07.2016

Kräutertöpfchen für die Natur

Von Marion Menrath

 

SCHLOSSBERG Lebensmittelhändler spendet 4000 Euro für Artenschutzprojekt in Heppenheim

 

HEPPENHEIM - Die Firma Edeka Südwest hat 4000 Euro für ein Artenschutzprojekt in Heppenheim gespendet. Mit dem Geld will der Verein Mensch, Umwelt, Natur und Artenschutz (Muna), früher Bioenermed, ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück am Schlossberg kaufen, wie Sprecher Dirk Bernd erläuterte. Ziel sei es, dort seltene Trockenrasen- sowie Trockenmauerbiotope zu schützen.

 

Der Scheck wurde am Donnerstag symbolisch im Edeka-Markt von Wilfried und Christian Merz an der Kalterer Straße übergeben. Wie Roland Metzner, Gebietsverkaufsleiter von Edeka Südwest erläuterte, stammt das Geld für die Aktion „Unsere Heimat & Natur“ aus dem Verkauf von Kräutertöpfen der Regionalmarke „Unsere Heimat – echt & gut“.

 

ZAHLEN

 

Edeka Südwest hat nach eigenen Angaben 1500 Filialen und 43 500 Mitarbeiter – darunter auch 2750 Auszubildende.

 

Zum Absatzgebiet gehören Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Teile von Hessen und Bayern.

 

Im vergangenen Jahr hat der Konzern einen Außenumsatz von 8,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. (mam)

 

Mit jedem gekauften Topf spenden die Kunden zehn Cent für Artenschutzprojekte. Langfristig solle im Geschäftsgebiet ein Biotopverbund entstehen, der dazu diene, die Kulturlandschaft im Südwesten kontinuierlich zu verbessern, erläuterte Metzner.

 

Eines der schönsten Gebiete der Bergstraße

 

Er sei froh, dass Edeka das Projekt fördere, betonte der Erste Stadtrat Christoph Zahn: „Das Gebiet am Schlossberg ist eines der schönsten an der Bergstraße“. Es sei schade, wenn die Natur nicht erhalten werden könne. Wenn Pflege fehle, werde alles wieder ruckzuck zu Urwald. Pflege sei auch wichtig für den Tourismus.

 

Ausgewählt werden die Projekte von einer Jury mit Beteiligung der ehrenamtlichen Stiftung NatureLife-International. Wie deren Sprecher Axel Kleinschumacher erläuterte, arbeite die Stiftung seit drei Jahren mit Edeka zusammen und habe seither 60 Projekte ausgewählt. „Ziel ist es, lokalen Initiativen unter die Arme zu greifen, um brachliegende Flächen zu renaturieren“, so Kleinschumacher. Bisher wurden jeweils 1500 bis 5000 Euro an Naturschutzverbände, Schulen oder Einzelinitiativen ausgezahlt.

 

Wie Dirk Bernd vom neu gegründeten Verein Muna erläuterte, liegen die betreffenden Flächen am Kanonenweg, zwischen einem eigenen Grundstück und einem Nabu-Grundstück mit einem mehr als hundert Jahre alten Weinbergshäuschen. Es sei sinnvoll, alle drei Gebiete gemeinsam mit Schafen zu beweiden. Schafe hätten den Vorteil, dass weniger als beim Mähen von Hand zerstört werde.

 

Durch die bisherige jahrelange Pflege seien aus verwilderten Weinbergen bereits wertvolle Trockenrasen und Extensiv-Wiesen entstanden. Insgesamt pflege der Verein am Schlossberg 10 000 Quadratmeter auf vielen kleinen Einzelflächen. Den eigenen Verein hätten sie gegründet, weil die großen Naturschutzverbände politisch seien. Dabei falle der Artenschutz oft unter den Tisch.

 

Wie Bernd weiter erläuterte, gehe es darum, am Schlossberg ein kleinteiliges Mosaik verschiedener Biotope zu bewahren und nicht wie am Kaiserstuhl großflächige Weinberg-Terrassen zuzulassen. Das mache den Reiz der Landschaft aus.

 

Großes Vorkommen an Gottesanbeterinnen

 

Dank der Pflege gedeihen auf benachbarten Flächen bereits seltene Orchideen wie Bocksriemenzunge und Helm-Knabenkraut. Die Gottesanbeterin habe am Schlossberg eines der größten Vorkommen in Hessen. Um dem Insekt optimale Lebensbedingungen zu bieten, müsse regelmäßig gegen Brombeerbewuchs vorgegangen werden.

 

 

Alte Trockenmauern bieten zudem hervorragende Lebensbedingungen für wärmeliebende Reptilien, wie Mauereidechsen und Schlingnattern. Auch die seltene Zaunammer brütet wieder auf dem Schlossberg. Das nächste Ziel sei es, Steinkauz und Wiedehopf wieder anzusiedeln.

Die Patenschaft für das Projekt hat Edeka Merz in Heppenheim übernommen. „Es freut uns, so etwas Schönes zu fördern“, betonte Seniorchef Wilfried Merz.