Wechselkröte

Bufo viridis

 

Die Wechselkröte wird in der Europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie im Anhang IV geführt und ist somit nach BNatSchG eine streng geschützte Art. Für diese Arten gelten die strengen Schutzverordnungen auch außerhalb von FFH-Gebieten. Die Populationen der Art sind möglichst in einem günstigen Erhaltungszustand zu bewahren bzw. zu überführen. In der Roten Liste Deutschlands ist die seltene Art als "stark gefährdet " geführt und gilt in einigen Bundesländern als " vom Aussterben bedroht ".

 

Charakteristisch für die Wechselkröte ist ihr kontrastreiches Muster mit grünen scharf abgegrenzten Flecken auf  hellgrauem bis weißlichem Untergrund und dazwischenliegend rötlichen Warzen, wobei sie sich durch Wechsel der Farbintensität ihrer Grundfarbe, der Umgebung  anpassen kann.

 

Die ehemals  aus der asiatischen Steppe stammende Amphibie liebt trockenwarme Landlebensräume mit lockeren,  grabfähigen Böden in sonnenexponierter Lage. Da Primärlebensräume der Wechselkröten durch Flussbegradigungen weitestgehend zerstört wurden, werden nun überwiegend Stein-, Kies- und Tongruben, Ruderalstandorte, trockenes Brachland, Trockenrasenflächen, Dünen, sowie auch Hausgärten und Parks als Sekundärlebensräume genutzt. Als Laichgewässer bevorzugt die Wechselkröte temporäre Gewässer wie Senken auf Äckern und Wiesen, Fahrspurrinnen, flache Steinbruch- und Kiesgrubengewässer und Restwassertümpel im Umfeld von Flüssen. Ebenso ist es der salztoleranten Wechselkröte möglich leicht salzhaltige Laichgewässer zu nutzten, was ein Vorkommen bis zur Nordsee erlaubt.

 

Wechselkröten sind meist nachtaktiv und verbringen den Tag in selbstgegrabenen Höhlen oder in Spalten, unter Steinen versteckt oder manchmal auch sonnenbadend. Während der Balz- und Laichzeit von April bis Juni ist die Amphibienart jedoch auch tagaktiv. Die Männchen rufen aus flachem Wasser oder ihren Landverstecken mit einem anhaltenden Trillern, ähnlich dem Gesang der Maulwurfsgrille. Huckepack umklammert vom Männchen, legt das Weibchen zweireihige Laichschnüre bestehend aus 2000 bis zu 15.000 Eiern von 2-4 m Länge ab, die beim Austritt aus der Kloake vom Männchen besamt werden.

 

Schon nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven und entwickeln sich im Laufe von 2-3 Monaten zu jungen Kröten, die anschließend ihren Landlebensraum erobern und sich von Spinnen, Insekten und anderen Gliederfüßern ernähren.

 

Wechselkröten können erstaunlich weite Strecken von bis zu 10 km zurücklegen, dringen dabei in neue Gebiete vor und besiedeln als Pionierart spontan neu entstandene Gewässer.

 

Vor einigen Jahren konnten wir eine Population der Art in einem Steinbruch der verfüllt wird gerade noch retten. Die Population umfasst über 100 Tiere und ist die vermutlich kopfstärkste Population in Südhessen.