Biotope

 

 



Biotoppflege


MUNA e.V. führt mit seinem Mitarbeiterteam und externen Landschaftspflegebüros Biotoppflegemaßnahmen und Artenhilfsmaßnahmen durch. Als Grundlage dienen die vor Ort auf die einzelnen Lebensraumtypen, Biotope und Zielarten erarbeiteten Konzepte.

 

Unsere Institution unterhält auch eine kleine Schafherde zur Pflege mehrerer Schutzgebiete (Natura 2000-Flächen) und wertvoller Biotope, die sich der wirtschaftlichen Landschaftspflege aufgrund ihrer Kleinflächigkeit verschließen.

 

Insbesondere kleinflächige, aber häufig sehr wertvolle Biotope benötigen eine intensive Pflege und es bedarf eine gute Fachkenntnis, um ein langfristiges Überleben der Artenvielfalt und deren Populationen in diesen Flächen zu gewährleisten. Durch ein regelmäßiges Monitoring müssen in diesen Gebieten äußere Störeinflüsse frühzeitig erkannt werden, um größere Schäden zu vermeiden. Die staatlichen Monitoringprogramme, z.B. in FFH-Gebieten, reichen i.d.R. nicht aus, die tatsächlichen Wirkeffekte auf Lebensraumtypen oder die Artenzusammensetzung und deren Populationen aufzuzeigen. Häufig können die mit dem Monitoring beauftragten Büros nicht die Realität und die Schadenszusammenhänge frei aufzeigen, so dass die zahlreichen Schutzgebiete ständig an Wert verlieren.

 

Hier führen wir unabhängige Untersuchungen durch und zeigen ökologische Zusammenhänge und negative Wirkeffekte auf. Störeinflüsse werden meist durch mangelhafte Pflege, durch Planvorhaben oder Bewirtschaftungsformen (z.B. in Wäldern durch die Forstwirtschaft) sowie Freizeitdruck ausgelöst.

Für die Pflege unserer Flächen nutzen wir verschiedene Schafrassen und Pferde. Wir achten auf einen restriktiven Einsatz von Antiparasitika, um die sich im Dung der Tiere entwickelnde Insektenbiomasse und Artenzusammensetzung zu erhalten. So entwickeln sich im Dung von Weidetieren pro Tier über das Jahr verteilt tausende und bis zu mehreren Millionen Insekten, die zur Mineralisierung des Dungs beitragen. Ganzjährig finden sich bei der Freilandhaltung von Pferden und Schafen aktive Insektenarten im Dung, die Vögeln und Fledermäusen zur Verfügung stehen. Studien zeigen, dass im Dung eines Weidetieres (Großvieh) über 100kg Insekten leben, dies jedoch nur, wenn pharmazeutische Produkte unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden. So erhalten unsere Tiere nur derartige Produkte, falls unbedingt erforderlich. Ist dies unvermeidbar, so werden die Tiere für mehrere Tage eingestallt und der Dung entsorgt, so dass die Flächen nicht mit diesen Bioziden belastet werden und die Nichtzielorganismen geschädigt werden können.

Schur unserer Fuchsschafe


Streuobstwiesen


Streuobstwiesen stellen eine der ältesten kulturell geprägten Lebensräume dar. Noch im 19. Jahrhundert gab es mehrere tausend Obstsorten, wohingegen heute von den sog. "Alten Sorten" ca. 1200 Apfel-, 1000 Birnen-, 250 Kirschen- und 320 Zwetschgensorten auf Streuobstwiesen wachsen.

 

Neben dieser Vielfalt an gesunden Früchten bietet die Streuobstwiese zahlreichen geschützten Tier- und Pflanzenarten perfekte Standort- und Lebensbedingungen. Sie ist durch Strukturreichtum und Kleinlebensräume gekennzeichnet und gilt mit 5.000-6.000 Arten als artenreichster Lebensraum in Mitteleuropa.

 

In den alten Baumbeständen bieten Höhlen Nistmöglichkeiten für zahlreiche Vögel wie den Gartenrotschwanz, Wendehals, Kleiber, Grünspecht und Steinkauz. Schmetterlinge, Wildbienen und eine Vielzahl an Insekten finden hier optimale Lebensbedingungen. In den knorrigen Gehölzen finden  Fledermäuse und der Siebenschläfer, in manchen Regionen auch der Gartenschläfer, ein Quartier, Totholzhaufen bieten Reptilien Unterschlupf.

 

Auf Streuobstwiesen finden sich unzählige Wildpflanzen wie z.B. das Wiesenlabkraut, Wiesenstorchschnabel und oft auch zahlreiche Orchideenarten.

 

Für die Biodiversität haben Streuobstwiesen eine herausragende Bedeutung und sind nach Bundesnaturschutzgesetz geschützte Biotope.

 

Dennoch wurden und werden durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Straßenbau, Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten in den letzten Jahrzehnten die Bestände dramatisch dezimiert.

 

Wir legen Obstwiesen neu an, pflanzen Bäume in überalterten Beständen nach und pflegen alte artenreiche Bestände. Begleitend finden Erhebungen zum Arteninventar dieser alten Obstwiesen auf ausgewählte Zeigerarten wie Vögel und Fledermäuse statt.