Landwirtschaft

 

 



Landwirtschaft und der viel zu hohe Einsatz von Pestiziden


Das Insektensterben ist in aller Munde und schreitet weiter fort, gleichzeitig nimmt der Spritzwahn auf unseren Feldern, in Weinbergen, Obstplantagen, Gärten und sogar auf unseren heimischen Wiesen und Weiden kein Ende.

 

Anstelle von artenreich blühendem Grünland sind genormte Einheitswiesen erwünscht, die nur bestimmte Pflanzenarten zulassen, um als sogenanntes Intensivgrünland hohe Erträge zu erzielen.

 

Ein solch ertragsreiches Grünland besteht nach Vorgaben der hessischen Landwirtschaftskammer aus 60-70% Gräsern wie dem Deutschen Weidelgras, Wiesenrispe, Knaulgras, Wiesenschwingel usw., aus 10-20% Leguminosen wie Weißklee, Rotklee und Luzerne, die als besonders eiweiß- und energiereich gelten und aus 10-20% Kräutern. Im Bundesland Niedersachsen z.B. gehen die Empfehlungen der  Landwirtschaftskammer noch weiter. Bis zu 80-90% Gräser, hierin enthalten 60% Deutsches Weidelgras, 10-15% Kräuter und 5-10% Weißklee machen eine wirtschaftliche Wiese aus.

 

Bei den Kräutern findet man Unterscheidungen  mit den Begriffen "Absolute Kräuter" und "Fakultative Kräuter".

 

"Absolute Kräuter" sind in jedem Falle unerwünscht, da sie zu einem Teil als Giftpflanzen die Gesundheit der Tiere gefährden können, wie Sumpfschachtelhalm, Hahnenfuß, Wiesenschaumkraut, Jakobskreuzkraut oder als sogenannte "Platzräuber" wie Ampfer und Vogelmiere, Wiesenknöterich und Laucharten vom Weidevieh gemieden werden oder die Konservierung des Mähgutes beeinträchtigen können. Weitere Kräuter wie z.B. Brennnessel, Distelarten, Minze, Rasenschmiele, Gänseblümchen, Breitwegerich führen zu Ertragsverlusten.

 

"Fakultative Unkräuter", die an sich wertvolle, mineralhaltige, eiweißreiche, schmackhafte und teilweise narbenbildende Kräuterarten oder Würzpflanzen sind, werden zu Unkraut deklariert, wenn sie einseitig überhand nehmen und sich negativ auf den Ertrag und Futterwert auswirken.

 

Ab einer Bekämpfungsschwelle von ca. 5-10% des Gesamtwiesenbestandes empfehlen Landwirtschaftskammern der Länder eine Sanierung des Pflanzenbestandes durch mechanische oder chemische Pflanzenschutzmaßnahmen. Mit einer flächigen Ausbringung von Herbiziden diverser Art, die teilweise als Mischung kombiniert werden können, kann eine Beseitigung aller lästigen Kräuter stattfinden und eine wirtschaftliche, ertragreiche deutsche Normwiese mit leistungsfähigen Futtergräsern gestaltet werden.

Dass die meisten Herbizide auch viele weitere Arten wie das Kanadische Berufkraut, Bibernelle-Arten, Rittersporn, Gänse-Fingerkraut, Hirtentäschelkraut, Wiesenlabkraut, Gemeiner Pastinak, Weidenröschen-Arten u.v.m. bekämpfen, sowie auch die erwünschten Kleearten, wird nur nebenbei erwähnt.

 

Helfen alle diese Gifte zur Vernichtung auch bei mehrmaliger Anwendung nicht, empfehlen manche Bundesländer sogar den Einsatz von Glyphosat bei starkem Befall mit Ampferarten, Kratzdistel und Quecke, zusätzlich mit einer Nachbehandlung gegen auflaufende Kräuter oder zur Narbenabtötung vor einer umbruchlosen Grünlanderneuerung.

 

Dann ist es geschafft, makelloses Intensivgrünland frei von unerwünschten Kräutern kann neu gedeihen und Förderprogramme zur Anlage von Blühstreifen, die zur Artenvielfalt beitragen und seltene standorttypische Ackerwildkräuter wiederansiedeln und erhalten  sollen, kommen nun zum Einsatz.

 

In Herbiziden enthaltene Wirkstoffe wie z.B. Fluroxypyr und Triclopyr wirken sehr giftig auf Wasserpflanzen, Fische, Grünalgen und Daphnien (Wasserflöhe) mit langfristig schädlicher Wirkung in Gewässern. Abstandsregelungen zu Gewässern, meist sind dies 1-10 m je nach Herbizidart, sollen Kontaminierung und Driftschäden vermeiden.

 

Viele der Mittel sind ätzend, reizen die Augen, Atmungsorgane und die Haut, unnötiger Kontakt mit den Mitteln soll vermieden werden, Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit hervorrufen. Behandelte Flächen sollen erst nach dem Abtrocknen des Spritzbelages wieder betreten werden und 1-3 wöchige Wartezeiten vor der Nutzung eingehalten werden.

 

Halten Rehe, Hasen, Greifvögel, Kleinvögel, Störche, Amphibien und Kleinsäuger in ihren Bauten diese Wartezeiten ein?

 

All diese Mittel werden als nicht Bienen schädigend eingestuft, schädigen teilweise Raubmilben und Spinnen. Wie ist die Wirkung auf Schmetterlinge, Raupen, Heuschrecken, Ameisen, Käfer und viele weitere Insektenarten? Und vor allem wer glaubt noch der interessengesteuerten Chemie- und Agrarlobby, wurde doch aggressiv darum gerungen, die Lügen über die krebserregende Wirkung von Glyphosat zu verheimlichen. 

 

Manche Herbizide enthalten den Wirkstoff Aminopyralid, der sich mit der Cellulose und Lignin der zu bekämpfenden Pflanzen zu einem Glucosekonjugat verbindet, das mit dem Futter aufgenommen wird und unter anaeroben Bedingungen im Darm der Tiere nicht abgebaut wird. Gelangt der Mist oder die Gülle über die Düngung in den Boden setzen mikrobielle Abbauvorgänge ein, die zu einer erneuten Freisetzung  des Wirkstoffes Aminopyralid führen. So gelangt der Wirkstoff nochmals auf unsere Äcker und Wiesen, der sich in Versuchsreihen in Böden als wachstumshemmend und pflanzenschädigend auf eine Vielzahl von Acker- und Gemüsesorten wie z.B. Kartoffel, Tomaten, Gurken, Karotten und  Sonnenblumen erwiesen hat.

 

Eine Wirkung auf Stoffwechselvorgänge, insbesondere auf Ebene des Verdauungstraktes ist hoch wahrscheinlich, so zeigen Befunde, von Intoxikationen und verendeten Schafen und Kühen, die zu früh nach einer Begiftung der Wiesen gefressen hatten.

 

Dem deutschen Staat geht es vermutlich immer noch zu gut, beides, sowohl die Artenvernichtung als auch die Artenförderung werden mit Steuergeldern subventioniert.

 

Wir halten diese Praxis für tief gestört, gesellschaftsunfähig und krank!

 

 

Weitere Infos finden Sie unter folgenden links:

 

https://www.llh.hessen.de/pflanze/gruenland-und-futterbau/dauergruenland/pflanzenschutz-dauergruenland/

 

https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/ackerbau/pflanzenschutzempfehlungen-ackerbau/gruenland/

 

https://psm-finder.de/glhf/glhf web.php#tabelle

 

http://www.vphessen.de/pages/zucht/haltung/2008/Dokumente/Gruenlandpflege.pdf

 

https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/2/nav/278/article/31980.html

 

https://www.proplanta.de/Pflanzenschutzmittel/Fluroxypyr_psm_Wirkstoff_0666.htm

 

https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04.../01.../007176-00-00.pdf?__...

 

https://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?clinitox/toxdb/WDK_087.htm?clinitox/wdk/toxiwdk.htm

 

https://www.lfl.bayern.de/ips/pflanzenschutz/057822/index.php