Häufig werden wir gefragt, warum es immer weniger Vögel in unseren Gärten gibt. Den meisten Menschen fällt glücklicherweise der schleichende Artenschwund in unserer Umwelt auf. Doch ist das Verständnis der Zusammenhänge nicht immer sofort erkennbar und leicht nachzuvollziehen. so bedarf es langjähriger Beobachtungen, um die Zusammenhänge auch tatsächlich zu erkennen, zu verstehen und Ideen zu entwickeln, wie dem Niedergang der Artenvielfalt auch zu unserem Schutz und einer gesunden und lebenswerten Umwelt begegnet werden kann.
Die bedeutendsten menschlichen Verhaltensweisen und Lebensgewohnheiten, die ein Überleben der meisten Arten gefährden und die zum Zusammenbruch ganzer Populationen führen, sind klar benennbar: unsere Fortbewegung, Ernährungsweise und unser Energiehunger.
Unser Konsumieren von Billiglebensmitteln vernichtet die Artenvielfalt nicht nur vor unserer Haustür, sondern weltweit. Die alljährlich durch die Landwirtschaft tonnenweise ausgebrachten Düngemittel, wie Stickstoff, Phosphat (uranhaltig) und zig Tonnen Pestizide, auf unseren Ackerböden hat eine bisher unbekannte Artenarmut nach sich gezogen. Früher zahlreich vorkommende Arten wie z.B. den Feldhamster brachte dies praktisch zum Aussterben. Auch das früher häufige Rebhuhn und die Feldlerche werden immer seltener.
Das Immunsystem, nicht nur von Tieren, ist derart geschwächt, dass viele unter zahlreichen Krankheiten und Symptomen leiden. Dies führt bis hin zum mittlerweile alljährlich auftretenden Massensterben unter Singvögeln und Amphibien durch Parasiten, Pilze, Viren und Bakterien. Auch dieses Phänomen ist bereits weltweit, insbesondere in industrialisierten Gegenden, zu beobachten. Bei uns Menschen führen der Genuss pestizidbelasteter Produkte und der Kontakt über die Luft oder Haut mit den auf den Äckern versprühten sog. Pflanzenschutzmitteln, wie Pilzmittel (Fungizide), Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) sowie Insektenmittel (Insektizide) zu Krankheiten, wie verschiedene Krebsarten, Morbus Parkinson und vermutlich M. Alzheimer. Auch bei zahlreichen weiteren Krankheiten, die mit einer Immunschwäche einhergehen, sowie bei Allergien, werden immer mehr Pestizide und andere hormonaktive Stoffe als Auslöser diskutiert.
Zogen sich im Winter zahlreiche Vögel zur Nahrungssuche aus Wald und Feld in die Ortschaften und konnten dann am Futterhäuschen beobachtet werden, so werden auch diese immer weniger. Neben der intensiven Landwirtschaft neigt auch der Forst und der neuerdings gestiegene Brennholzbedarf zur Ausräumung und Verheizung alter artenreicher Wälder. Schnellwachsende und meist fremdländische Baumarten wie Douglasie, Roteiche und Pappeln führen zur stetigen Verarmung in unseren Wäldern. Die kurzen sog. Umtriebszeiten lassen kaum genügend alte Waldbereiche ( nur 2% der deutschen Waldfläche weisen Altholzbestände auf) entstehen. Die sog. Wegesicherung, die es gesetzlich im Wald gar nicht gibt, führt zum Verlust wichtiger Höhlenbäume entlang von Waldwegen. In den meisten Wirtschaftswäldern sind zwischen 0-4 Höhlenbäune pro Hektar Waldfläche vorhanden, für eine artenreiche Vielfalt von Vögeln, Fledermäusen, Holz bewohnenden Käferarten bis hin zu den Höhlennutzern Eichhörnchen, Siebenschläfer und Hornissen bedarf es aber mindestens 10 Höhlenbäumen pro Hektar.
Bundesweit sind unsere Wälder von diesen nachhaltigen und artenreichen Zielen weit entfernt!
Unser Energiehunger und die fragwürdige Förderung von Biogas ( " Vermaisung " der Landschaft ), für die bestehende Wiesen umgebrochen oder Ackerbrachen abgeschafft werden, sowie die Nutzung von Windenergie an denen jedes Jahr hunderttausende von Vögeln und Fledermäusen verenden, sind verantwortlich für den Schwund der Artenvielfalt und den Zusammenbruch von Siedlungdichten der Tierarten in unserem Umfeld, vom Straßenverkehr mal ganz abgesehen.
Was kann jeder einzelne von uns tun, selbst wenn er nur einen kleinen Garten oder auch nur einen Balkon besitzt?
In vielen Gärten werden meist sterile Rabatten, Rollrasen und Thujahecken angepflanzt, in denen Vögel kaum noch Nahrung finden.
Sie können Abhilfe schaffen und durch folgende Maßnahmen ein ganzjähriges Nahrungsangebot vor ihrer Haustür für Insekten und Vögel bereitstellen.
Ein naturnaher Garten zeichnet sich durch einen möglichst großen Strukturreichtum mit der Verwendung von heimischen standortgerechten Sträuchern und Stauden, sowie Gräsern, Kräutern und einer artenreichen Wildblumenwiese aus. Dies macht den Garten in Verbindung mit Gestaltungselementen wie Trockenmauern und Teichen zu einem abwechslungsreichen Lebens-und Rückzugsraum für Insekten, Vögel, Fledermäuse, viele weitere Tierarten und zu einem Erholungs- und Erlebnisraum für den Menschen.
Heimische Sträucher haben gegenüber standortfremden Pflanzen wie z.B. Thuja, Rhododendron und Kirschlorbeer einen mehrfachen Nutzen für die Tierwelt. So stellen ihre Blätter Nahrung für viele Insektenarten und deren Larven dar, ihre Blüten bieten reichlich Nektar und eine Vielfalt an Beeren sorgt für ein reichliches Futterangebot, das bis in den Winter hinein als natürliche Nahrungsgrundlage dient. In den Hecken, empfehlenswert ist es hierbei auch Dornensträucher zu integrieren, finden Vögel Versteckmöglichkeiten und gute Bedingungen zum Nestbau vor und sind gleichzeitig vor Prädatoren wie Katzen, Marder und Greifvögel geschützt.
Liegendes Laub führt dem Boden Nährstoffe zu und dient als Unterschlupf für Kleintiere wie Spinnen, Asseln und Würmer, womit die Vorraussetzung für Vögel geschaffen wird lange Futter finden zu können. Gleichzeitig ist hiermit dem Igel geholfen, der sich gerne unter Laubhaufen und dichtem Gestrüpp versteckt und darin auch seine Jungen großzieht.
Heimische Wildpflanzen sind darauf spezialisiert in verschiedener Art und Weise ihren Bestäubern Nektar und Pollen anzubieten. Eine bunt gemischte Blumenwiese sorgt hierbei für reichlich Auswahl.
Lippenblütler wie der Wiesensalbei ziehen Schmetterlinge an, die dort mit ihrem langen Rüssel hervorragenden Zugang zum Nektar haben. Korbblütler wie die Schafgarbe sind Nahrungsquelle für vielerlei Insekten, Nachtkerzen halten Nahrung für nachtaktive Falter und Käfer bereit, die Wilde Möhre und sogar die unbeliebte Brennnessel dienen als Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen.
Voraussetzung für das Gedeihen einer Wildblumenwiese ist der vollständige Verzicht auf Dünger, da Wildblumen ausschließlich karge Böden lieben. Maximal zweimal pro Jahr sollte die Wiese gemäht werden. Hierfür bietet sich der Einsatz einer Sense an.
Anziehungspunkt für zahlreiche Insekten, Libellen, Wasserkäfer, Molche und Frösche ist der Gartenteich, der mit Flachwasserbereichen gestaltet als Bade- und Trinkgelegenheit für Vögel fungieren kann. Auch Fledermäuse nutzten bei ihren nächtlichen Jagdrunden um die Häuser Gartenteiche zur Wasseraufnahme. Ein Angebot von Trink- und Badeschalen mit täglich gewechseltem Wasser, jedoch vor Katzen geschützt, nehmen Vögel ebenfalls gerne an.
Trockenmauern können mannigfaltig gestaltet werden und sollten mit genügend Spalten, Ritzen und Nischen versehen sein, damit sich Eidechsen, Blindschleiche oder bei ausreichend hohen Mauern sogar Vögel wie Rotkehlchen oder der Hausrotschwanz einnisten können.
Eine Auswahl geeigneter Gehölze, Stauden und Wildblumen ist folgend zusammengestellt:
Die Fütterung von Vögeln ist als ein zusätzliches Angebot zu natürlich vorkommender Nahrung in ihrem Lebensraum zu verstehen und soll keinesfalls ein Ersatz für naturnahe vogelfreundliche Gärten und den Erhalt und die Förderung ihrer natürlichen Lebensräume darstellen. Verschiedene Studien zur Vogelfütterung haben ergeben, dass trotz Fütterung es Vögel nicht verlernen sich selbstständig aus der Natur zu versorgen. Selbst an Wintertagen bevorzugen sie weiterhin arttypische Nahrung aus der Natur und stellen sich nur zeitweise an den Futterstellen ein.
Die Ganzjahresfütterung wird zurzeit ausgiebig und kontrovers diskutiert. Einer der Befürworter ist Prof. Berthold, ehemaliger Direktor der Vogelschutzwarte Radolfzell, der sich auf Forschungen in Großbritannien beruft. Diese kam bei Feldversuchen zu dem Ergebnis, dass Fütterungen den jahreszeitlichen Gegebenheiten angepasst für Gartenvögel von Nutzen sind. Während der Jungenaufzuchtphase wurden z.B. arttypisch Insektenfuttermittel ausgelegt, hierbei konnte zu einer Vergleichsgruppe ohne dieses Futterangebot, eine geringere Sterblichkeit der Jungen festgestellt werden und insgesamt starteten Alt- sowie Jungvögel mit besseren Voraussetzungen in den Winter.
Weiterhin bietet Ganzjahresfütterung die Chance mehr Wildvögel zu ernähren, als es in den heutigen Lebensräumen mit geringerem Nahrungsangebot an Insekten und Sämereien eigentlich möglich wäre. In Deutschland laufen derzeit weitere Versuche, um Klärung herbei zuführen.
Ganzjahresfütterungen mit Körnerfutter wie Weizen fördern in jedem Fall den Haussperling. So können Mitarbeiter von MUNA auf Beobachtungsflächen im Siedlungsraum in Ortsrandlage durchschnittlich Einzelbrutpaare und Kleinstkolonien von 2-3 Brutpaaren des Haussperlings auf 100m Ortsrandlage nachweisen. Werden Hühner, Gänse oder Pferde gehalten, wo Sperlinge dauerhaft Zugang zu Futter haben, fanden sich Kolonien mit über 20 Brutpaaren an nur einem Wohngebäude. D.h., für den Haussperling als Art der Vorwarnliste, dessen Bestände vor allem durch fehlende Kleinviehhaltung, dem fehlenden dauerhaften Angebot oder Zugang zu Futtermitteln wie Weizen, dem meist rückstandslosen Ernteprozess mit dem abrupten Verlust von nur temporär günstigen Nahrungsquellen, erheblich zurückgegangen sind, kann durch das Futterangebot in Kombination mit Nistgelegenheiten an Gebäuden einfach geholfen werden.
Bei der Winterfütterung ist es ratsam mit einer möglichst breiten Palette an Futtermitteln verschiedene Arten mit unterschiedlicher Ernährungsweise anzusprechen. Hier unterscheidet man grob die Gruppe der Körnerfresser und der Weichfutterfresser.
Als Basisfutter für die meisten körnerfressenden Arten wie Meisen, Finken und Sperlinge sind Sonnenblumenkerne und Erdnüsse empfehlenswert. Als Zusatz in geringen Mengen dienen Hafer, Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen als ganzes Korn oder in Flockenform. Weiterhin können für zierliche Vogelarten Feinsämereien wie Baumsamen, Salatsamen, Vogelmiere, Grassamen u.v.m. in geringen Mengen beigefügt werden.
Als Basisfutter für die meisten körnerfressenden Arten wie Meisen, Finken und Sperlinge sind Sonnenblumenkerne und Erdnüsse empfehlenswert. Als Zusatz in geringeren Mengen dienen Hafer, Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen als ganzes Korn oder in Flockenform. Weiterhin können für zierliche Vogelarten Feinsämereien wie Baumsamen, Salatsamen, Vogelmiere, Grassamen u.v.m. in geringen Mengen beigefügt werden. Fettfutter liefert ihnen zusätzlich große Energiemengen, ein Gemisch aus Fett und Samen ist in Form von Meisenknödeln erhältlich oder kann auch leicht selbst hergestellt werden. Eine weitere Möglichkeit des Fettangebots sind sog. Energieblöcke, die zusätzlich Nüsse, Beeren oder auch Insekten enthalten können.
Weichfutterfresser wie z.B. Amseln, Rotkehlchen und Heckenbraunelle, die normalerweise von Insekten und Würmern am Boden leben, bevorzugen auch im Winter die Nahrungsaufnahme vom Boden. Rosinen, Haferflocken und Kleie in Bodennähe ausgestreut oder im Bodenfutterspender angeboten, werden von diesen Arten gerne angenommen. Hierbei sollte man auf die Menge des ausgelegten Futters achten, um Verunreinigungen oder ein Gefrieren der Nahrung zu verhindern.
Um Kotverschmutzungen zu vermeiden und damit der Übertragung von Krankheiten vorzubeugen, sind Futterspender bzw. Futtersilos empfehlenswert, wobei das Futter durch kleine Öffnungen in den Seitenwänden für die Vögel zugänglich ist. Die Silos sollten vor Katzen sicher, vorzugsweise hängend, angebracht werden und zudem in nächster Umgebung die Möglichkeit zur Deckung in Büschen oder Bäumen bieten. Beim Aufstellen von Futterhäuschen sollte auf eine regelmäßige Reinigung geachtet werden und auch hier gilt, weniger Futter beugt dem Risiko von Krankheitsübertragung durch Verunreinigung vor.
Anbei einige Vogelarten, die an Futterstellen beobachtet werden können:
Amsel:
Ursprünglich war die Amsel, sie wird auch als Schwarzdrossel bezeichnet, ein scheuer Waldbewohner, der sich mehr und mehr dem Menschen angenähert hat. Heute findet man sie in nahezu allen Kulturlandschaften, jedoch erreicht sie die größte Siedlungsdichte innerhalb von Ortschaften.
Ihre Nester bauen Amseln häufig in Hecken, auch in starkem Efeubewuchs und in Bäumen.
Als Allesfresser sucht die Amsel ihre nahrung vorwiegend am Boden und im Unterholz, wo sie sich von Regenwürmern, Schnecken, Insektenlarven usw. ernährt. Ebenso gehören Früchte und beeren zu ihrem Speiseplan.
Feldsperling:
Der Lebensraum des Feldsperlings sind reichhaltig strukturierte Landschaften mit Getreideäckern, Wiesen durchsetzt von Hecken, Feldgehölzen und Streuobstwiesen, wo er Baumhöhlen als Brutplatz bezieht. Das Jahr über ernährt er sich von Sämereien, darunter Getreide aller Art.
Der Feldsperling galt lange Zeit als Schädling, da er oft in Schwärmen in Getreidefelder einfiel und wurde deshalb durch Zerstörung seiner Nester bekämpft. Inzwischen wird er in der Roten Liste auf der Vorwarnstufe geführt.
Haussperling:
Der Haussperling, auch Spatz genannt, lebt als Kulturfolger fast ausschließlich mit den Menschen in Dörfern und Städten. Er brütet in Nischen und Höhlen an Gebäuden und dort vor allem unter Dächern. Zudem benötigt er für seine ausgiebigen Staubbäder zur Gefiederpflege entsprechend geeignete Plätze mit trockener, staubiger Erde. Er ernährt sich ganzjährig vegetarisch von Getreidekörnern und Sämereien, jedoch hat er sich in den Städten zum Allesfresser entwickelt.
Seit einigen Jahren sind seine Bestandszahlen gebietsweise so stark zurückgegangen, dass er seit 2004 sogar auf der Roten Liste in der Vorwarnstufe geführt wird.
Sumpfmeise:
Der Name der Sumpfmeise ist irreführend, da sie vor allem in Laub- und Mischwäldern anzutreffen ist. Ein natürliches Höhlenangebot ist entscheidend für ihr Vorkommen, da sie Nistkästen nur selten annimmt. Die Sumpfmeise ist eine Graumeisenart und ihrer "Zwillingart" der Weidenmeise zum Verwechseln ähnlich. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal ist ihr Gesang.
Bei gutem Futterangebot legt die Sumpfmeise in Rindenspalten, Moos- und Flechtenbesatz Nahrungsdepots für Notzeiten an. Sie ernährt sich im Sommer hauptsächlich von Insekten und Spinnen, ab dem Spätsommer stellt sie ihre Nahrung auf Sämereien um. An der Futterstelle sind Hanfsamen bei Sumpfmeisen besonders beliebt.
Tannenmeise:
Mit ca. 11 cm ist die Tannenmeise unsere kleinste Meisenart und unterscheidet sich von der Kohlmeise neben ihrer Größe durch die fehlenden Längsstreifen über Brust und Bauch und fällt durch ihren weißen Nackenfleck auf.
Tannenmeisen bewohnen Fichten-, Tannen- und Mischwälder, zudem ist sie als Höhlenbrüter auch in Parks und waldnahen Gärten anzutreffen.
Im Winter ernährt sie sich von Fichten- und Kiefersamen, die sie häufig für magere Zeiten in den äußeren Baumspitzen versteckt.
Haubenmeise:
Die Haubenmeise bevorzugt dichte Wälder, insbesondere Nadelholzbestände als Lebensraum. Im offenen Gelände trifft man sie nur selten an. Als Nistplätze benötigt sie enge Baumhöhlen, die das Weibchen selbst in morsche Bäume oder Baumstümpfe zimmert und mit Moos, Wolle, Haaren und Spinnweben auskleidet.
Am häufigsten halten sich Haubenmeisen im Kronenbereich von Nadelbäumen zur Nahrungssuche auf. Dort finden sie kleine Insekten, Spinnen usw. und ernähren sich ab dem Spätsommer zusätzlich von den Sämereien. Gerne legen sie schon im Sommer Nahrungsverstecke zwischen Zweigen und Flechten an.
Die Haubenmeise ist wenig gesellig, schließt sich jedoch im Spätsommer anderen kleinen Waldvögeln an, mit denen sie gemeinsam auf Nahrungssuche geht. An Futterstellen ist sie selten anzutreffen.
Kohlmeise:
Als unsere häufigste Meisenart kommt die Kohlmeise auch heute noch in allen Waldtypen vor. Sie ernährt sich im Sommer von Insekten, Würmern, Larven und Spinnen, hingegen im Winter vegetarisch. Die Hauptnahrung für die Aufzucht ihrer Jungen sind Raupen.
Am Futterhaus kann man sie beim geschickten Öffnen von Kernen beobachten, die sie mit ihren Füßen festhält. Fettfutter wird von Kohlmeisen gerne angenommen.
Blaumeise:
Lebensraum der Blaumeisen sind Laub- und Mischwälder, aber auch dem Menschen hat sie sich in Parks und Gärten eng angeschlossen. Wie ihr Konkurrent, die Kohlmeise, brütet sie in Baumhöhlen und streitet sich oft mit ihnen um Nistkastenplätze.
Blaumeisen zählen zu den häufigsten Wintergästen in unseren Gärten. Bei der Nahrungssuche sind sie sehr beweglich, lebhaft und geschickt und vertreiben auch manch größere Vogelart. Meist hängen sie futtersuchend kopfüber an dünnen Zweigen, die Futterplätze besuchen sie gerne in kleinen Trupps.
Schwanzmeise:
Die Schwanzmeise ist trotz ihres Namens nur entfernt mit der Familie der Meisen wie Kohl- und Blaumeise verwandt und gehört wie auch die Bart- und Beutelmeise jeweils einer eigenen Familie an.
Sie liebt strukturreiche, feuchte Wälder und buschreiche Landschaften. Auch in Obstgärten und im Ufergebüsch von Flüssen ist sie zu beobachten. Ihr gut im Geäst oder am Boden verstecktes eiförmiges Nest mit seitlichem Einflugloch, baut sie aus Moosen, Fasern und Halmen.
Dank ihrer Geschicklichkeit, ihres geringen Gewichts und ihres langen Schwanzes, ist sie in der Lage auf den äußeren Spitzen der Zweige Balance zu halten und hangelt sich von Ast zu Ast. Hier findet sie einen Großteil ihrer Nahrung wie Blattläuse, Raupen und Mücken als auch kleine Knospenteile.
Außerhalb der Brutzeit sieht man Schwanzmeisen nie alleine. Meist bilden die geselligen Vögel Trupps von 3 bis zu 30 Artgenossen.
Star:
Ursprünglich besiedelte der Star Randlagen von Laubwäldern, heute hingegen landwirtschaftlich genutzte Gebiete. Hier geht er auf abgeernteten Feldern und gemähten Wiesen auf Nahrungssuche. Sein Quartier bezieht er gerne in Baumhöhlen und Hohlräumen an Gebäuden.
Der Star wechselt sein schillerndes Gefieder in der Herbstmauser zu einem Winterkleid, das mit weißen Punkten übersät ist.
In den letzten 20 Jahren haben deutschlandweit die Bestände der Stare um über 30% abgenommen, sodass er inzwischen auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft wird. Gleichzeitig ist eine deutliche Verringerung durchziehender Starenschwärme zu verzeichnen. Mitteleuropäische Stare ziehen zum großen Teil in den Mittelmeerraum und Nordafrika. Bei uns überwinternde Stare stammen meist aus Nord- und Osteuropa.
Mittelspecht:
Der Mittelspecht ähnelt in seinem Aussehen dem Buntspecht, jedoch besitzt er einen größeren roten Scheitel und ein nur leicht rötlich gefärbtes Bauch- und Unterschwanzgefieder. Der Lebensraum des Habitatspezialisten sind Laubwälder mit einem hohen Anteil alter Eichen, aber auch in grobborkigen Eschen und Erlen, sowie alten Hochstammobstbäumen kommt er vor.
Mit einem großen Anteil des Weltbestandes kommt Deutschland eine besondere Verantwortung für den Mittelspecht zu. Nach den EU-Vogelschutzrichtlinien sind für ihn besondere Schutzgebiete einzurichten.
Im Winter ernährt sich der Mittelspecht mit Hilfe seines spitzen Schnabels und einer langen Zunge von Insekten in Hohlräumen morscher Bäume. Gelegentlich ist er an Futterstellen zu sehen.
Kleiber:
Der Kleiber ist ein Klettermeister, der sich sehr geschickt kopfüber an Baumstämmen bewegt. Zur Nahrungssuche klemmt er harte Samen und Kerne wie auch größere Insekten in Rindenspalten und klopft sie mit kräftigen Schnabelhieben auf.
Der Kleiber bewohnt Baumhöhlen, dessen Einfluglöcher er mit feuchtem Lehm bzw. Erde auf seinen Körperumfang passend verklebt, daher auch sein Name.
Bergfinken:
Sommerlebensraum der Bergfinken sind lichte Birken- und Nadelwälder Skandinaviens und Nordosteuropas.
Im Winter verlässt der Bergfink sein Brutgebiet und ist dann bevorzugt in Mitteleuropa anzutreffen. Dort tritt die gesellige Art meist in kleinen bis sehr großen Schwärmen auf und bewohnt die unterschiedlichsten Lebensräume. In Buchenwäldern, auf Äckern und in Gärten gehen die Finkentrupps auf Futtersuche nach Bucheckern, Nüssen, Sämereien und Getreidekörnern.
